Auerbach
Der bekannte Bistumshistoriker Anton Steichele vermutet, dass das Kirchdorf Auerbach "durch Culturen im altbischöflichen Streitheimer Forste" entstanden sei. Als Gründungszeit wird die zweite Rodungsperiode des 11. bis 13. Jahrhunderts angenommen. Die ältere Schreibweise ist "Vrbach“. Die Höfe in Auerbach unterstanden das Mittelalter hindurch verschiedenen Grundherren. Als Lehenträger bischöflicher Güter sind Mitte des 14. Jahrhunderts die Wintzerer und das burgauische Dienstmannengeschlecht der Knöringer bekannt. Wie Joachim Jahn im Historischen Atlas berichtet, verkaufte Albrecht der Schrag von Mönstetten (im Landkreis Günzburg) den Auerbacher Maierhof an Heinrich den Vögelin; er hatte auch offenbar seinen Sitz in Auerbach, wie aus dem Verkauf des Sedelhofes, einer halben Hube mit Zehnt an den Augsburger Domvikar Johann Heyd im Jahr 1365 hervorgeht.
1367 veräußerte Albrecht der Schrag, der sich nunmehr von 'Auerbach' nannte, einen dem Bischof lehenbaren Zehnt in dieser Ortschaft dem Augsburger Bürger Konrad von Ilsung 'auf dem Stein'. Zum Bereich des Auerbacher Besitzes zählte auch der Zehnt aus dem Feld 'Osthain' in der Pfarrei Horgau, den die Witwe des Albrecht Schrag, Elsbet Purlafingerin, 1392 dem Kloster St. Nikolaus bei Augsburg vermachte.
Die größere Zahl der Höfe in Auerbach teilten sich bis zur Säkularisation im Jahre 1803 das Kloster Fultenbach, das Kloster Oberschönenfeld und das Heilig-Geist-Spital in Augsburg. Die enge Verbindung mit der Markgrafschaft Burgau und dadurch auch mit dem Hause Habsburg war schon durch die Errichtung eines Zollhauses in Auerbach Hs.Nr. 41 (heute Ulmer Str. 3) ersichtlich. Wann und warum sich in Auerbach Juden ansiedelten, ist nicht bekannt; eine Urkunde aus dem Jahre 1599 berichtet darüber. Wir wissen auch nicht, warum sie den Ort wieder verlassen haben.
Alte historische Zusammenhänge macht das Auerbacher Gemeindewappen deutlich. Die offizielle Beschreibung lautet: "Gespalten von Rot und Silber mit zwei schräggekreuzten, durchgehenden Abtstäben in verwechselten Farben; ihnen aufgelegt ein schwarzes Schildchen, darin ein oben mit silbernen Federn besteckter silberner Ring." Das aufgelegte schwarze Schildchen zeigt das Wappen der Familie Schrag von Knöringen. Mit den gekreuzten Abtstäben und dem rot-silbernen Schild werden die verschiedenen klösterlichen Grundbesitze versinnbildlicht.
Eine Kapelle muss in Auerbach schon 1608 bestanden haben, denn zu dieser Zeit ließ das Kloster Fultenbach solch ein Gotteshaus in Auerbach restaurieren. Die heutige Kirche wurde 1698 erbaut und am 11. Oktober 1735 geweiht. Renoviert wurde diese St.-Nikolaus-Kapelle in den Jahren 1946/47, 1984 und 1998/2000.