Lindgraben

 

Was bisher nur vermutet wurde, steht für Joachim Jahn (Historischer Atlas) ohne Frage fest: Der Weiler Lindgraben ist identisch mit dem Forsthof des Hochstifts, der 1316 Herpfenried zugerechnet wird. Der Inhaber des Zusmarshauser Forsthofes, Konrad von Gabelbach, hatte in den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts dort widerrechtlich ein Haus erbauen lassen, das 1329 abgebrochen werden sollte. Doch noch 1343 finden wir Heinz von Gabelbach als Beständer des Forsthofes. Seit 1377 saß hier Malquart der Haering, der Schwiegersohn des Gabelbachers, der den „Lyntgraben" samt Zubehör, darunter auch die Abgabepflichten („vorstmyeten"), 1395 seinem Tochtermann,' Ritter Ullich Stumpf vom Bach, um 350 Ungarische Gulden verkaufte. Dessen Nachfolger Lienhart Stumpf wurde eine Art Oberaufseher über die bischöflichen Forste. Aus dieser Zeit stammen wohl auch die Reste der Befestigungen und der ehemaligen Zufahrt. Der untere Lindgrabenhof entstand zwischen 1898 und 1900.